Zeichnen wie nach sechs Gläsern Wodka

10. März 2010 um 19:30 | Veröffentlicht in Uncategorized | 1 Kommentar

Am vergangenen Wochenende fand der Workshop von Marko Djurdjevic statt. Neben der Möglichkeit, nach langer Zeit nochmal zusammen mit Ingo und Tomppa etwas Unterricht zu genießen, hat mich natürlich vor Allem die Aussicht darauf motiviert, einem echten Marvel-Künstler und Cover-Artist über die Schulter zu schauen und Einblicke in seinen Arbeitsprozeß zu erhalten. Und die Erwartungen wurden nicht enttäuscht.

Zu Beginn gab’s eine Einführung in die Kontrast-Theorie (insbesondere am Beispiel von Flächen), was mir sehr gut gefallen hat, da es die wesentlichen Punkte hinsichtlich der Anziehungskraft eines Bildes einfach und klar dargestellt hat. Im Anschluß hat Marko verschiedene seiner eigenen Cover präsentiert und uns erklärt, was die Ideen dabei waren bzw. welche Anekdote dahinter steckte.  Was dabei besonders spannend war, waren natürlich die Erläuterungen, da man dadurch erst gesehen hat, was sich der Künstler bei seinen Bildern gedacht hat. Da er bei seinem Start als Cover-Artist viel Erfahrung aus dem Grafik-Design-Bereich mitgebracht hat, sind die Cover oft tatsächlich eher ungewöhnlich für Kiosk-Comics und dadurch waren sie vermutlich für die Leser erstmal etwas schwer zu verdauen. Mit den vielen Hintergrundinformationen und Erklärungen sieht man aber, was eigentlich alles dahinter steckt.

Ein weiteres Highlight des Kurses war schließlich die Live-Vorführung, die er mittels zweier Beispiele am ersten und am zweiten Tag gegeben hat. Während beim ersten Tag noch die Arbeit an einem bereits teilweise kolorierten Werk präsentiert wurde, gab es am zweiten Tag eine wirklich hochinteressante Arbeit „from scratch“, also begonnen mit dem leeren (digitalen) Blatt. Es war wirklich beeindruckend, wie dann Schritt für Schritt aus der ersten (stark rudimentären) Skizze am PC eine feinere Zeichnung wurde, auf die wiederum eine graue Grundierung aufgetragen wurde, um diese dann mit dunkleren und helleren Graustufen nach Schatten- und Licht-Einwirkungen zu modellieren. Anders als bei herkömmlichen Comic-Zeichnern merkt man, dass Marko Djurdjevic viel Erfahrung aus der klassischen Malerei einfließen lässt, so werden im Verlauf der Modellierung nach und nach die Konturen übermalt und das endgültige Bild enthält so wenig „comic-artige“, schwarze Umrisse wie nur möglich. Die Kanten werden allesamt durch Kontraste geschaffen, nicht durch künstliche Linien.

Genauso verblüffend war es zu sehen, dass nach dieser grundlegenden Modellierung später die Kolorierung im Prinzip ein Kinderspiel ist, da einfach Farblayer über die bearbeitete Fläche gelegt werden, welche dann automatisch das definierte Volumen übernehmen. Abrundung durch weitere Verstärkung der Lichteinwirkungen und ggf. einige „Spezialeffekte“ und fertig ist das Cover, das einen vom Hocker haut :)

Tja, da bleibt nur abzuwarten, ob das Gelernte nun auch angewendet werden kann. Habe durch den Workshop jedenfalls schon die große Inspiration für das Cover meines zweiten Comics bekommen und arbeite fleißig daran, die Idee umzusetzen.

Anbei noch ein Bild der Teilnehmer vor dem SIXMOREVODKA-Studio von Marko Djurdjevic in Berlin.

1 Kommentar »

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  1. Ja, das Seminar war klasse, erste Sahne. Ich bin zwei Wochen später hingegangen, also gestern und vorgestern.


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